Im Mai 2007
steckte Finalheaven gerade in einer Krise - und nach zweieinhalb Jahren
Everquest II dachte ich gerade darüber nach, ob es nicht noch andere Welten gab,
die zu entdecken sich lohnte. Da kam der Start von  "LotRO" gerade recht.



Die Bedenken waren groß für mich als altem Tolkien-Fan.
Aber ich gab den Entwicklern eine Chance...
 
Ganz anders wollte ich hier anfangen.
Als Elf, als Kämpfer, der starke Helfer herbeizaubern könnte.
Zuerst mußte ich mich mit dem etwas "künstlerischen" Aussehen der Avatare halbwegs anfreunden. Das hier war noch nicht "Comic-Stil", aber irgendwie sahen alle Gestalten etwas "wie gemalt" aus.
Als zweites kam der Schreck, als ich das Interface sah: Natürlich war klar, daß ich mich umstellen müßte. Aber der Eindruck von "zuviel von allem" traf tief. Von der oft wunderschönen Szenerie war ja  kaum etwas zu sehen !
Man bemühte sich, alles in passendem Design zu zeigen, aber hier war man weit über's Ziel hinausgeschossen. Es war schlicht unübersichtlich.
Im Gegensatz dazu waren Landschaften oft unglaublich schön. Viele Ecken wirkten so lebendig und natürlich, daß man die Liebe zur Natur der Gestalter förmlich spüren konnte. ( bei ausgeschaltetem Interface, versteht sich...)
Ein alter Freund aus vergangenen Tagen war mit dabei, als ich mich hier umsah: Galbarion - entfernter Namensvetter von Kolossos' Meistertischler.
Er blieb. Und ich ?
Warum fühlte ich mich hier nicht wohl, in einer Welt, wo der Blick um die nächste Ecke wie ein Gang in eine Ausstellung alter Meister war ?
Übernatürlich trifft es besser als natürlich.
Aber dies ist ein Spiel, keine Simulation. Und ein Regenbogen ist mehr als ein optischer Effekt nach einem Regen.
Sogar der nächtliche Himmel ist hier von einer wunderbaren Schwärze, Sterne funkeln - und trotzdem ist die Gegend so gut zu erkennen, daß man weiterlaufen kann - und mag.
Ebenso wunderschön und stimmungsvoll war es innerhalb von Gebäuden. Mit Licht von unterschiedlichster Art wurden Szenen modelliert. So muß es gewesen sein, als nur Kerzen und das Kaminfeuer die Zimmer beleuchteten.
Selbst die Karte war stilecht denen der Bücher beiliegenden nachempfunden.
An solchen Details erkennt man, wie eng man sich an Tolkiens Vorgabe hält.

Und dann war da noch: Das hiesige Handwerk.



Von dunklen Kellerlöchern keine Spur. Hier dürfen die Fleißigen
ihrem Treiben in aller Öffentlichkeit nachgehen. Aber wieder waren die
Werktische und Händler willkürlich an einem Platz zusammengestellt,
daß es schon rein optisch ein einziges Chaos ist.

Und was stört mich hier ? Ich hab's nicht geschafft herauszufinden, woher ich eine Hacke oder Axt bekomme, um etwas zu ernten. Also keine Chance, mal anzutesten, wie es denn wirklich ist, etwas zu Basteln. Vielleicht würde ich mich dann über die kurzen Wege zwischen den Händlern sogar freuen.
Zu schön, um es einfach zu vergessen - aber nicht hinreißend genug, um das gute alte und bekannte aufzugeben. Nach wie vor spiele ich mal ein Stündchen EQ2.
Bis zum 26.6. darf ich mich hier noch umsehen...
Ich gab' dem Spiel noch eine Chance.